Unser Platz
Der Platz bietet Panoramablick, Kunst und Geschichte
Das 55 ha große Areal ist nur zur Hälfte durch die 18 Golfbahnen belegt, der Rest sind Wald, Wiese und Wege. Ein teilweise recht alter Baumbestand säumt die Bahnen und bietet vielen Tieren Lebensraum. Man beginnt seine Golfrunde in Schaumburg auf dem jüngeren Teil des Platzes, der erst im Jahr 2000 in Betrieb genommen wurde. Hier ist der Bewuchs noch nicht so dicht, wie auf dem älteren Teil, dafür kann der Blick aber in die Ferne schweifen, über die Silhouette Obernkirchens mit der Stiftskirche hinweg bis hinunter in die norddeutsche Tiefebene, wenn die Sichtverhältnisse es zulassen. Diesen sagenhaften Panoramablick kann man fernab vom Lärm der Straßen und Städte in aller Ruhe genießen. Auf dem älteren Teil des Platzes ziehen sich die Bahnen durch dichte Waldbestände. Scherzhaft nennt mancher den Bereich der Bahnen 10 bis 12 auch „Grüne Hölle“ oder „Bermuda-Dreieck“ – resultierend aus der Tatsache, dass mancher Ball im üppigen Grün verschwindet. Präzises Spiel ist hier also gefragt.
Doch nicht nur die Landschaft ist es wert, erwähnt zu werden. Auch die Historie kommt in Obernkirchen nicht zu kurz. Errichtet wurde der Platz auf der Industriebrache eines Kohlebergwerks. Erst im Jahr 1960 wurde der Abbau der Kohle eingestellt. Einige Zeugen dieses Schaffens passiert der Golfer auch heute noch. So steht rechts der Bahn 1 die Ruine der alten Brikettfabrik, ein immer noch beeindruckendes Industriedenkmal aus rotem Ziegelstein. Auf den Fairways der Bahnen 5 und 6 macht ein ehemaliger Abraumhügel des Bergbaus so manchem Golfer Kummer, verschluckt er doch den ein oder anderen Ball. Kein Wunder also, dass er unter Golfern Kummerhügel heißt. Auf dem Weg zur Bahn 10 kommt man schließlich am Eingang des Liethstollens vorbei.
Diverse Hinterlassenschaften des Bergbaus mussten zu Beginn des Platzbaus vom Gelände geräumt werden. Einiges davon bewahrte der Gründungspräsident auf, um mehr als 20 Jahre später Kunstwerke aus diesen Metallteilen zu schaffen. So wird man schon bei der Anfahrt zum Clubhaus mir einem „Willkommen“ begrüßt – freundlich schwenkt eine Riesenskulptur ihren Hut. „Nachwuchs“ gibt es am Abschlag der 8 zu bewundern. Vor dem Liethstollen steht die Skulptur „Schuften“ – hier an dem historischen Ort schiebt der Arbeiter die Lore in Richtung Stolleneingang. Zwischen den Bahnen 10 und 11 erblickt man dann den „Haldentanz“ – die Tänzerin befindet sich genau dort, wo ehemals die Abraumhalde war. Am Grün der 18 steht bezeichnenderweise die Skulptur mit dem Namen „Geschafft“ – ein Steiger mit gekreuzten Armen blickt auf sein Tagwerk, so wie der Golfer auf das Ergebnis seiner Runde. Ausklingen wird der Golftag dann im Haus des ehemaligen Zieglers, das heute als Clubhaus dient.